Der Jahresbeginn ist eine besondere Phase. Nach den Feiertagen sehnen wir uns nach Klarheit, neuer Energie und innerer Balance. Im Ayurveda spielt dabei Ritucharya, die ayurvedische Jahreszeitenroutine, eine zentrale Rolle. Sie hilft uns, unseren Lebensstil an die natürlichen Zyklen anzupassen – und genau hier kommt die Vata-Zeit im Jänner ins Spiel.
Was bedeutet Ritucharya im Ayurveda?
Ritucharya (Ritu - season / Charya = regimen) beschreibt im Ayurveda die bewusste Anpassung von Ernährung, Tagesrhythmus und Selbstfürsorge an die jeweilige Jahreszeit. Ziel ist es, die Qualitäten der Natur auszugleichen, bevor sie zu körperlichen oder mentalen Beschwerden führen. Statt erst zu reagieren, wenn Symptome auftreten, unterstützt Ritucharya eine präventive, ganzheitliche Gesundheitspflege – im Einklang mit den Jahreszeiten.
Die Jahreszeiten im Ayurveda – ein Überblick
Im Ayurveda werden die Jahreszeiten den drei Doshas zugeordnet:
Vata-Zeit – Herbst und Winter
Qualitäten: kalt, trocken, leicht, beweglich
Wir erleben mehr Kälte, Wind und Unruhe – im Außen wie im Inneren.
Kapha-Zeit – Spätwinter und Frühling
Qualitäten: schwer, feucht, stabil
Der Körper neigt zu Trägheit, Schleimbildung und Müdigkeit.
Pitta-Zeit – Sommer
Qualitäten: heiß, intensiv, transformierend
Hitze, Leistungsdruck und Entzündungen stehen im Vordergrund.
Diese Einteilung macht verständlich, warum sich unser Körper im Laufe des Jahres unterschiedlich anfühlt – und warum pauschale Gesundheitsratschläge oft nicht wirken.
Jänner im Ayurveda: Die Hochphase der Vata-Zeit
Der Jänner gilt im Ayurveda als klassische Vata-Zeit. Die Elemente Luft und Raum dominieren. Typisch für diese Phase sind:
kalte Temperaturen
trockene Haut
innere Unruhe oder Nervosität
viele Ideen, aber wenig Erdung
schwankende Energie
Vata schenkt Kreativität und Neubeginn, kann jedoch ohne Ausgleich zu Erschöpfung, Schlafproblemen oder Verdauungsbeschwerden führen.
Was im Winter gut tut: 1. Warme Ernährung
In der Vata-Zeit empfiehlt Ayurveda warme, gekochte Mahlzeiten. Suppen, Eintöpfe, Porridge und gedünstetes Gemüse unterstützen die Verdauung und nähren den Körper. Wärmende Gewürze wie Ingwer, Zimt oder Kreuzkümmel fördern das innere Gleichgewicht. Und wenn es der Körper verlangt auch mal eine nährende Hühnersuppe, oder ein Stück Bio Rindfleisch.
2. Regelmäßige Routinen für das Nervensystem
Vata liebt Bewegung, braucht aber Struktur. Feste Zeiten für Essen, Schlaf und Ruhephasen geben dem Körper Sicherheit. Besonders im Jänner wirkt ein klarer Tagesrhythmus stabilisierend und stressreduzierend. Die Bewegung sollte aber nicht zu kurz kommen. Auch wenn es Überwindung braucht, gehe so oft wie möglich ins Freie. Warm anziehen, feste Haube über den Kopf und maschieren. Danach tut ein Wärmeflache an Händen, Füssen, Bauch oder Rücken besonders gut.
3. Ölrituale als ayurvedische Selbstfürsorge
Öl ist eines der zentralen Mittel im Ayurveda, um Vata ins Gleichgewicht zu bringen. Eine regelmäßige Selbstmassage mit warmem Öl pflegt die Haut, beruhigt den Geist und vermittelt ein tiefes Gefühl von Geborgenheit. Wer danach die Möglichkeit hat, in die Sauna zu gehen und zu schwitzen, kann den Effekt noch intensivieren – Wärme und Entspannung wirken doppelt stärkend auf Körper und Seele.
4. Gib dir Zeit
Im Ayurveda geht es zu Jahresbeginn nicht darum, sofort alles neu zu starten oder sich unter Druck zu setzen. Die Vata-Zeit lädt vielmehr dazu ein, langsamer zu werden, bewusst nach innen zu hören und sich gut um sich selbst zu kümmern. Wer Ritucharya in den Alltag integriert, erlebt den Winter nicht als Belastung, sondern als Phase der Sammlung, Regeneration und sanften Orientierung – ein natürlicher Rhythmus, der Kraft für alles Kommende schenkt.
Ayurveda erinnert uns daran: Gesundheit entsteht, wenn wir im Rhythmus der Natur leben – nicht gegen sie.
In diesem Sinne wünschen wir dir ein gesundes und gutes neues Jahr 2026!
Dein E5 Team

